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Liebe Gemeindeglieder,
liebe Freunde und Förderer unserer Gemeinde,
liebe Schwestern und Brüder im HERRN,

Portrait Pfarrer Telder 2018 web

in den vor uns liegenden Wochen werden viele in den Urlaub aufbrechen. Manche werden die Seele am Meer baumeln lassen, andere werden Kultur tanken und wieder andere werden vielleicht in die Berge fahren. Berge haben etwas Faszinierendes: Am Fuße sieht man den langen Weg vor sich, und auf dem Gipfel schaut man zurück und ist erstaunt, dass man den Aufstieg geschafft hat. Also, wenn man ihn geschafft hat…  Denn manche überschätzen sich oder ihre Kräfte. Manchen machen Wetter oder Natur einen Strich durch die sorgfältige Planung. Dann greift bei einigen die Selbstmotivation: „Reiß dich zusammen, lass dich nicht hängen, beiß die Zähne zusammen. Es ist ja nicht mehr weit! Das Ziel schaffst du schon noch – wär‘ doch gelacht!“ 

Und in Wirklichkeit: Das Leben ist doch oftmals auch wie eine gescheiterte Bergtour, dass wir den Mut verlieren. Dass wir nicht mehr weiterwissen. Dass wir zu schwach und hilflos geworden sind und keine Kraft mehr haben. Natürlich müssen wir uns anstrengen, dürfen nicht zu schnell aufgeben. Natürlich müssen wir manchmal die Zähne zusammenbeißen und bei einer Sache aushalten, auch wenn sie uns zu schwer fällt und uns fast überfordert. Gerade dann erinnert uns der Prophet Jesaja an Gottes Zusage: „Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen“ (Jesaja 54, 10).

Mit dieser Ausgabe wird sich meine Kollegin Pfarrerin Berezynski von Ihnen verabschieden. Nach sechs Jahren Dienst an unserer Kirche ist für sie die Zeit gekommen, eine eigene Gemeinde zu übernehmen. Ihr Weg führt sie dafür von Hanau in die Schweiz. Wir werden sie im Gottesdienst am Gemeindegründungsfest verabschieden und Danke sagen für all das viele Gesehene und Ungesehene, was sie in unserer Gemeinde und in der Stiftung gewirkt hat. Wie und wann die Stelle neu besetzt werden wird, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

„Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen.“ Dass Sie diese Zusage für sich zu eigen machen können, wünsche ich Ihnen; nicht nur wenn Sie urlaubsreif und erholungsbedürftig sind, sondern gerade auch in solchen Stunden und Zeiten der Niedergeschlagenheit und der Niederlagen, in denen wir meinen, wir sind am Ende. Der Sommer lädt ein, auf Entdeckungstour zu gehen. So habe Gott Acht auf Sie auf Ihren Höhenflügen und Tiefpunkten, auf allen Ihren Wegen!

Herzlich grüßt Sie aus der Gärtnerstraße Ihr 

Torben W. Telder, vdm - Pfarrer