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Liebe Gemeindeglieder,
liebe Freunde und Förderer unserer Gemeinde,
liebe Schwestern und Brüder im HERRN,

Portrait Pfarrer Telder 2018 web

heute erreicht Sie das aktuelle Gemeindeblatt. Sicherlich haben Sie es gleich gemerkt: Es ist dünner als sonst. Auch dies „verdanken“ wir Corona. Alle Veranstaltungen sind seit März abgesagt worden und wir können noch nicht absehen, wie es in den nächsten Wochen weitergehen wird. Deshalb hat das neue Konsistorium auf seiner ersten Sitzung nach der Wahl entschieden, dass das kirchliche Leben bis zum  Ende der Sommerferien ruhen wird. Allerdings betrifft dies nicht die Gottesdienste, aber dazu lesen sie in diesem Gemeindeblatt noch Genaueres. Die Kathinka-Platzhoff Stiftung wird die Angebote der Familienakademie zunächst bis zum 31. Juli aussetzen. 

Ich war zutiefst geschockt, als ich lesen musste, dass Gottesdienste in Deutschland verboten seien. Da hatte sich zum Glück ein klein wenig die Ungenauigkeit in die Berichterstattung eingeschlichen. Nicht Gottesdienste waren verboten, sondern die Zusammenkünfte, was ein kleiner, aber entscheidender Unterschied ist. Die Freiheit der Religionsausübung ist ein hohes Gut, für das unsere Glaubensvorfahren vor vier Jahrhunderten nach Deutschland geflohen sind. Eingeschränkt, aber nicht immer ganz alleine, habe ich seit März sonntags die Kirche geöffnet und in Andacht die fehlende Gemeinde vertreten. Für Sie zu Hause wurden einige online-Andachten produziert, die Sie über unsere Homepage auf YouTube einsehen können.

Ja, das Gemeindeleben ist ein anderes zurzeit. Und wir wissen auch nicht, wie lange diese Krise noch anhalten wird, ob es weitere Wellen geben könnte oder wann endlich ein medizinisches Mittel gegen dieses Virus gefunden wird. Sicherlich werden wir verändert aus dieser Zeit herausgehen. Aber mich tröstet das Wissen, dass unsere Kirche und Vorfahren schon andere Zeiten überstanden haben: Da gab es Pest und Blattern, Kriege und Aufstände, Hungersnöte und Wirtschaftscrashs. Das vergangene Jahrhundert begann auch mit einer Pandemie, der Spanischen Grippe, und musste zwei Weltkriege verkraften. Es macht mich hoffnungsvoll, dass unsere Gemeinde auch diese Zeit überstehen wird und wir gemeinsame Wege finden, möglichst bald unser Gemeindeleben wieder zum Laufen zu bringen. 

Halten wir uns gerade in dieser Wüstenzeit des Lebens an den Bibelvers, den sich unsere Gründer ins Wappen geschrieben haben: „Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum (Psalm 92, 13)“

Gott habe Acht auf Ihre Wege und bleiben Sie bitte gesund!

Herzlich grüßt Sie aus der Gärtnerstraße 

Ihr 

Torben W. Telder, vdm - Pfarrer