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Grußwort

Liebe Gemeindeglieder,
liebe Freunde und Förderer der Gemeinde,
liebe Schwestern und Brüder im HERRN

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„lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem!“ So lautet die Jahreslosung für 2011, die aus dem Römerbrief entnommen wurde. Wenn Sie dieses Gemeindeblatt in Ihren Händen halten, dann ist das neue Jahr schon wieder 2 Monate alt. Scheint es nur mir so, als wäre gestern erst Weihnachten gewesen? Schon stecken wir wieder in den Passion- und Ostervorbereitungen.
Ein „Böses“, welches mir bei der Jahreslosung einfällt, ist die Hetze. Ich hetze von einem Termin zum nächsten und frage mich dann doch abends, was ich den Tag über eigentlich gearbeitet habe. Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass es anderen Menschen im Berufsleben und in den Familien ähnlich geht.

Für das neue Jahr habe ich mir deshalb eines vorgenommen: lieber wenigere und dafür intensivere Begegnungen, als gehetzte und oberflächliche. Das hat für den Gemeindealltag Konsequenzen: Unsere Gemeindeglieder leben in einem größeren Umkreis und wollen doch alle gleich behandelt werden. Wenn die Pfarrer früher vielleicht gerne und häufig mal schnell auf eine Tasse Kaffee vorbeigekommen sind, so ist mir dies heute nur bedingt möglich. Dafür bitte ich um Verständnis.

Meinen Hirtendienst verstehe ich als eine Begleitung in den Umbrüchen, Krisen und Konflikten des Lebens, wo es gilt, der Seele Raum und Weite zu geben. Für andere Anliegen, wie zum Beispiel die Geburtstagsbesuche, haben wir einen engagierten Besuchsdienst, dem ich an dieser Stelle von Herzen Danke sagen möchte. In diesem Gemeindeblatt wird sich außerdem Herr Fabian Freitag vorstellen, der seit Januar als Assistent und Gemeindediakon seine Arbeit aufgenommen hat. Hier erhoffen wir uns weitere Möglichkeiten in der Gestaltung unseres Gemeindelebens.

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem!“ Nachdem unsere Kirche im vergangenen Jahr in die Nagelkreuzgemeinschaft der Kathedrale von Coventry aufge-nommen wurde, ist es nun endlich soweit: Im Rahmen der Gedenkfeierlichkeiten zum 19. März wird Canon David W. Porter, Domkapitular für Versöhnungsarbeit in Coventry, zu uns kommen und gemeinsam mit einem Vertreter der Dresdner Frauenkirche das Nagelkreuz überreichen. Damit verbunden ist dann unser Auftrag in Hanau, vor Ort Versöhnungsarbeit zu leisten. Diese geschieht bereits auf den unterschiedlichen Gebieten: in der Unterstützung von Hilfesuchenden, in der Förderung von Benachteiligten, aber auch in Gesprächen mit anderen Religionsgemeinschaften oder der Politik. Unsere zerstörte und teilweise wiedererrichtete Kirche ist ein Zeichen für diese Arbeit: Der Krieg hatte nicht das letzte Wort, auch wenn er seine Spuren hinterlassen hat. Ich bin gespannt, wie konkret dieser Auftrag in unserem Alltag zu spüren sein wird.

Ihnen allen wünsche ich in diesem Sinne eine versöhnliche Zeit: versöhnlich mit Ihrem Leben und mit Ihren Möglichkeiten. Lassen Sie sich nicht von negativen Gedanken und Gefühlen das Leben vermiesen und lassen Sie 5 auch einmal gerade sein. „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem!“ Gott habe Acht auf Ihre Wege und Ihr Tun und Lassen!

Pfr. Torben W. Telder

Liebe Gemeindeglieder,
liebe Freunde und Förderer der Gemeinde,
liebe Schwestern und Brüder im HERRN

wng_p_01fassungslos betrachte ich mir die Bilder im Fernsehen und in den Zeitungen von der Naturkatastrophe in Haiti. Ein Land hat aufgehört zu existieren, tausende von Menschen haben ihr Leben verloren. Die Medien berichten direkt in unser Wohnzimmer, ich kann es nicht unbeachtet lassen. „Warum lässt Gott dies zu?“ werde ich gefragt und ganz ehrlich: Ich weiß es nicht. Traurig aber wahr: Der Ratschluss Gottes ist manches Mal so unbegreiflich und vermeintlich sinnentleert, dass nicht wenige Menschen ihren Glauben verlieren. Dafür habe ich Verständnis und entdecke auch an mir selbst Momente des Zweifels, in denen ich Gott alles vor die Füße geworfen habe und auf Sendepause ging. Ja, auch als Pfarrer ist man vor solchen Momenten nicht geschützt. Auf einem Kalenderblatt fand ich den Satz: „Arbeite als ob es alleine auf dich ankommt und bete als ob es alleine auf Gott ankommt.“ Gerade wenn ich auf das Leid in Haiti blicke, scheint sich dieser Satz zu bewahrheiten. Eine riesige Spendenbereitschaft geht um die Welt. Auch wir als Kirche haben aus den Rücklagen für übergemeindliche Hilfe einen beträchtlichen Betrag auf den Weg gesandt. Menschen arbeiten Hand in Hand und wollen diesen kleinen Inselstaat retten. Globalisierung einmal positiv, oder? Die Menschen nicht aus den Augen zu verlieren und ihnen Gutes tun, das ist unser aller Auftrag. Das wendet nicht jedes Leid, macht keinen Menschen wieder lebendig, aber lässt hoffentlich manchen Schritt leichter gehen. Und in Bezug auf den Glauben entdecke ich, dass Nächstenliebe auf einmal keine fromme Utopie mehr ist, sondern konkret in den Herzen von uns Menschen wirkt und das Antlitz der Erde verwandelt.

Liebe Gemeindeglieder,
liebe Freunde und Förderer der Gemeinde,
liebe Schwestern und Brüder im HERRN

wng_p_01Wow, welch eine Begeisterung konnten alle Ehrenamtlichen spüren, als wir am Wochenende des Keramikmarktes die Pforten unserer Kirche öffneten und die Menschen neugierig hineinströmten. Voller Interesse bestaunten sie unseren Tempel des Glaubens inmitten der Stadt Hanau, ließen sich Antworten auf Ihre Fragen geben und nahmen sich viel Zeit, um die Calvin-Ausstellung auf der Empore zu betrachten. Für manchen vielleicht ungewohnt, erklang meditative Musik aus den Lautsprechern und es bestand die Möglichkeit, eine Gebetskerze anzuzünden. Manch einer mag hier entgegnen, ob dies noch reformiert sei oder ob wir nicht langsam unser Profil bei all den Veränderungen verlieren würden. Meine Antwort darauf: Soll unser Profil ewiggestrig, festgefahren, unflexibel oder nicht mehr zeitgemäß sein? Nicht jede Änderung ist notwendig, manches ist nur eine Geschmacksache oder eine Frage der Gewöhnung. Aber wir sollten vieles daran setzen, Menschen für unseren Glauben und unsere Kirche zu begeistern, was eben manchmal nur durch eine Veränderung möglich sein kann.