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Predigten

von Rev. Christopher Easthill (von der „Anglican Church of St. Augustine of Canterbury“ in Wiesbaden), Textgrundlage: Micha 4, 1-10 und Offenbarung 21, 1-7

Lass dir die Worte meines Mundes gefallen, und das Sinnen meines Herzens gelange zu dir, HERR, mein Fels und mein Erlöser. Amen

Liebe Schwestern und Brüder im HERRN,
lieber Bruder im geistlichen Amt,

01c-2015 03 Hanau 70Jahre 19.Maerz1945 2

zunächst möchte ich mich für die heutige Einladung bedanken. Hier am 70. Jahrestag des Luftangriffes auf Hanau sprechen zu dürfen, ist Ehre, Verpflichtung und Verantwortung zugleich. Mein Name ist Christopher Easthill. Ich bin der Pfarrer der anglikanischen Kirche St. Augustine‘s in Wiesbaden – und auch Engländer. Ohne die Gnade der späten Geburt reklamieren zu wollen, habe ich als 1960 Geborener nichts persönlich mit dem Angriff auf Hanau zu tun. Auch mein Vater wurde erst kurz nach Ende des 2. Weltkriegs zur britischen Luftwaffe eingezogen. Während des Krieges war er als Abiturient beim Luftschutz eingesetzt, d. h. er hat also nachts seine Heimatstadt Darlington in Nordengland bewacht, um vor Luftangriffen zu warnen. 

Ordinationsspruch
Psalm 36,6: 

„Herr, deine Güte reicht,
soweit der Himmel ist,
und deine Wahrheit,
soweit die Wolken gehen.“

Liebe Gemeinde,

dieser Satz aus dem 36. Psalm ist ein Satz des Glaubens, des Vertrauens. Mit dem Vertrauen ist es so eine Sache. Ohne Vertrauen würde unser Leben nicht funktionieren. Ein jeder macht so seine Erfahrung im Laufe seines oder ihres Lebens. Nicht immer verhalten sich alle so, wie wir es erwarten. Menschen enttäuschen unser Vertrauen manchmal. Wir wissen, dass Kinder nur zu leicht Vertrauen schenken. Als Erwachsene haben wir unsere guten und nicht so guten Erlebnisse in Bezug auf Vertrauen, und trotzdem schenken wir Fremden Vertrauen: dem Piloten im Flugzeug, dem Arzt im Krankenhaus, dem Lokführer im Zug. Viele Beispiele ließen sich noch nennen. Ohne dieses Vertrauen würde unser Leben nicht funktionieren.

Pfarrer Torben W. Telder (Ordinator)
Predigttext: Lukas 1,76-79

 

Liebe Schwestern und Brüder im HERRN,
liebe Gäste im Tempel unseres Glaubens,
werte Geschwister im geistlichen Amt,
werte Konsistoriale im Apostelamt unserer Kirche,

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es ist kein Zufall, dass wir heute mit Ihnen, liebe Schwester Berezynski, Ihre Ordination feiern. Schon lange bevor wir unsere Einladungen versendet haben, schon lange bevor Sie wussten, dass Sie in unserer Wallonisch-Niederländischen Kirche den Tag Ihrer Ordination feiern würden, da wusste Gott von ferne bereits, dass dieser Tag kommen würde. Ja, die Providentia Dei, also die Vorhersehung Gottes ist schon etwas schwer zu Glaubendes, auch wenn wir als reformierte Kirche in unserem Bekenntnisstand, auf den Sie, liebe Schwester Berezynski, heute ordiniert werden, diesen Glaubenssatz als wahr anerkennen. 

Johannes Calvin schreibt nämlich in seiner Institutio (III,21,5): „Wenn wir Gott das Vorherwissen zuschreiben, so meinen wir damit: Alles ist stets vor seinen Augen gewesen und wird es auch allezeit bleiben. Für seine Erkenntnis gibt es also nichts Zukünftiges oder Vergangenes, sondern es ist alles gegenwärtig. … Unter Gottes Vorherbestimmung verstehen wir Gottes ewige Anordnung, durch die er selbst beschlossen hat, was nach seinem Willen aus jedem einzelnen Menschen werden sollte.“ 

Liebe Schwestern und Brüder im HERRN,
vor allem Sie, liebe Konfirmations-Jubilare,

liebe Gäste im Tempel unseres Glaubens,
werte Konsistoriale im Apostelamt unserer Kirche,

in diesem Jahr haben mich besonders viele Briefe nach Versendung der Einladungen zum diesjährigen Konfirmationsjubiläum erreicht, was mich gefreut hat. Menschen schrieben mir von ihrem Leben, von den Höhen und Tiefen, Erfolgen und Rückschlägen. Auch vom Glauben und dessen Festigkeit war in manchen Zeilen zu lesen. Einige Personen wären gerne heute bei uns, können es aber nicht, weil sie verhindert oder eben ob des Alters nicht mehr ganz so mobil sind.

„Gott nahe zu sein ist mein Glück.“ (Psalm 73,28)

Liebe Schwestern und Brüder im HERRN,
liebe Gäste im Tempel unseres Glaubens,
werte Konsistoriale im Apostelamt unserer Kirche,

die Jahreslosung für das Jahr 2014 ist der Einheitsübersetzung entnommen. In der Lutherausgabe heißt es an entsprechender Stelle: „Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte“ und in der reformierten Genfer Ausgabe: „Für mich aber ist Gottes Nähe beglückend!“