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Predigten

Liebe Schwestern und Brüder im HERRN,
Freunde des Waldes und der Jagd,
Gäste im Tempel unseres Glaubens,

kennen Sie Eustachius? Jenen frommen Mann aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert? Nicht? Vielleicht eine kleine Hilfe: (Zeige Hubertustropfen- und Jägermeisterflasche). Wenn Sie Eustachius bis dato noch nicht kannten, wird es höchste Zeit, Sie mit ihm bekannt zu machen, denn sehr oft wird er mit Hubertus verwechselt, nach dem der heutige Gottesdienst ja benannt ist.

Apostelgeschichte 20, 17-18a, 28-38

Liebe Schwestern und Brüder im HERRN,
vor allem Sie, liebe scheidende und neugewählte Älteste und Diakone,
liebe Gäste im Tempel unseres Glaubens,

mit diesem Gottesdienst feiern wir die Verabschiedung und Einführung Konsistorialer unserer Kirche. Dass dieser Tag kommen würde, ist von Anfang an klar: für die einen der Abschluss einer erfolgreichen Amtszeit voller Dankbarkeit, für andere der Beginn einer neuen Aufgabe.

Predigttext: Lukas 9, 57-62

„Als sie weitergingen, wurde Jesus von einem Mann angesprochen. »Ich will dir folgen, wohin du auch gehst«, sagte er. Jesus erwiderte: »Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihre Nester; aber der Menschensohn hat keinen Ort, wo er sich ausruhen kann.« Zu einem anderen sagte Jesus: »Folge mir nach!« Er aber antwortete: »Herr, erlaube mir, zuerst noch ´nach Hause` zu gehen und mich um das Begräbnis meines Vaters zu kümmern.« Jesus erwiderte: »Lass die Toten ihre Toten begraben. Du aber geh und verkünde die Botschaft vom Reich Gottes!« Wieder ein anderer sagte: »Ich will dir nachfolgen, Herr; doch erlaube mir, dass ich zuerst noch von meiner Familie Abschied nehme.« Jesus erwiderte: »Wer die Hand an den Pflug legt und dann zurückschaut, ist nicht brauchbar für das Reich Gottes.« (NGÜ)

Versöhnung durchdringt alle Bereiche des Lebens. Übersetzung der Predigt von Canon David Porter zur Aufnahme in die Nagelkreuzgemeinschaft Deutschland e.V., gehalten am 20.3.2011

Predigt über Apostelgeschichte 20, 17-18a, 28-38

Liebe Schwestern und Brüder im HERRN,
vor allem aber Sie, liebe neu gewählte Ältesten und Diakone,
liebe Gäste im Tempel unseres Glaubens,

wir begehen heute den Sonntag Miserikordias Domini, den Sonntag vom Guten Hirten. Als Eingangspsalm haben wir den vertrauten 23. Psalm gebetet, diesen Lobpreis des Guten Hirten, der seine Herde in allen Gefahren recht weidet und durch das finstere Tal auf grüne, weite Felder führt.

Als Evangelium haben wir die Worte aus dem zehnten Kapitel des Johannes-Evangeliums gehört, in denen sich Jesus Christus selbst den Guten Hirten nennt und sich unterscheidet von den Mietlingen, das heißt also von Leuten, die gegen Lohn und Entgelt einen Hirtendienst als bloßen Beruf ausüben. In der Stunde der Gefahr, wenn die Wölfe mit ihrem blutrünstigen Geheul aus den Verstecken zur Jagd stürmen, zeigt sich der Unterschied zwischen dem Guten Hirten und solchen bezahlten Gesellen, denen die Herde im Grunde ganz gleichgültig ist. Nur der gute Hirte nämlich schützt dann seine Herde gegen den Überfall der Wölfe, wenn es sein muss bis zur Hingabe seines Lebens.

So kann Christus von sich selbst sagen: „Ich bin der Gute Hirte, ich lasse mein Leben für die Schafe.” Der Mietling, den man zur Beaufsichtigung der Herde angestellt hat, ergreift die Flucht, wenn die Wölfe kommen. Der Mietling denkt nur an sich selbst und wie er sein eigenes Leben retten kann.

Das Bild von Jesus Christus als dem Guten Hirten und der Gemeinde als der Herde dieses Guten Hirten begegnet uns immer wieder in der Bibel. Das Bild von der christlichen Gemeinde als der Herde, die geleitet und geweidet und gegen die wilden Wölfe geschützt werden soll, hat auch Paulus in unserem Text aufgenommen, in diesem Abschiedswort an die Bischöfe, also die Kirchenältesten von Ephesus am Strand von Milet.