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Predigten

Predigttext: Lukas 9, 57-62

„Als sie weitergingen, wurde Jesus von einem Mann angesprochen. »Ich will dir folgen, wohin du auch gehst«, sagte er. Jesus erwiderte: »Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihre Nester; aber der Menschensohn hat keinen Ort, wo er sich ausruhen kann.« Zu einem anderen sagte Jesus: »Folge mir nach!« Er aber antwortete: »Herr, erlaube mir, zuerst noch ´nach Hause` zu gehen und mich um das Begräbnis meines Vaters zu kümmern.« Jesus erwiderte: »Lass die Toten ihre Toten begraben. Du aber geh und verkünde die Botschaft vom Reich Gottes!« Wieder ein anderer sagte: »Ich will dir nachfolgen, Herr; doch erlaube mir, dass ich zuerst noch von meiner Familie Abschied nehme.« Jesus erwiderte: »Wer die Hand an den Pflug legt und dann zurückschaut, ist nicht brauchbar für das Reich Gottes.« (NGÜ)

Versöhnung durchdringt alle Bereiche des Lebens. Übersetzung der Predigt von Canon David Porter zur Aufnahme in die Nagelkreuzgemeinschaft Deutschland e.V., gehalten am 20.3.2011

Predigt über Apostelgeschichte 20, 17-18a, 28-38

Liebe Schwestern und Brüder im HERRN,
vor allem aber Sie, liebe neu gewählte Ältesten und Diakone,
liebe Gäste im Tempel unseres Glaubens,

wir begehen heute den Sonntag Miserikordias Domini, den Sonntag vom Guten Hirten. Als Eingangspsalm haben wir den vertrauten 23. Psalm gebetet, diesen Lobpreis des Guten Hirten, der seine Herde in allen Gefahren recht weidet und durch das finstere Tal auf grüne, weite Felder führt.

Als Evangelium haben wir die Worte aus dem zehnten Kapitel des Johannes-Evangeliums gehört, in denen sich Jesus Christus selbst den Guten Hirten nennt und sich unterscheidet von den Mietlingen, das heißt also von Leuten, die gegen Lohn und Entgelt einen Hirtendienst als bloßen Beruf ausüben. In der Stunde der Gefahr, wenn die Wölfe mit ihrem blutrünstigen Geheul aus den Verstecken zur Jagd stürmen, zeigt sich der Unterschied zwischen dem Guten Hirten und solchen bezahlten Gesellen, denen die Herde im Grunde ganz gleichgültig ist. Nur der gute Hirte nämlich schützt dann seine Herde gegen den Überfall der Wölfe, wenn es sein muss bis zur Hingabe seines Lebens.

So kann Christus von sich selbst sagen: „Ich bin der Gute Hirte, ich lasse mein Leben für die Schafe.” Der Mietling, den man zur Beaufsichtigung der Herde angestellt hat, ergreift die Flucht, wenn die Wölfe kommen. Der Mietling denkt nur an sich selbst und wie er sein eigenes Leben retten kann.

Das Bild von Jesus Christus als dem Guten Hirten und der Gemeinde als der Herde dieses Guten Hirten begegnet uns immer wieder in der Bibel. Das Bild von der christlichen Gemeinde als der Herde, die geleitet und geweidet und gegen die wilden Wölfe geschützt werden soll, hat auch Paulus in unserem Text aufgenommen, in diesem Abschiedswort an die Bischöfe, also die Kirchenältesten von Ephesus am Strand von Milet.

Liebe Schwestern und Brüder im HERRN,

vor allem aber Sie, liebe neu gewählte Ältesten und Diakone,
liebe Gäste im Tempel unseres Glaubens,

wir scheinen eine Kirche zu sein, die gerne feiert. Wir scheinen eine Kirche zu sein, die eine lebendige Geschichte hat und ihre Traditionen wach hält und immer wieder neu entdeckt. Und obwohl sich vor fünfzig Jahren am 27. April 1960 die ehemals eigenständige niederländische und die eigenständige wallonische Gemeinde zur Wallonisch-Niederländischen Kirche zusammenschlossen, erinnern wir uns doch gerne an beide Zweige unserer Kirche.

Heute nun feiern wir im 413. Jahr seit Gemeindegründung, 65 Jahre nach der Zerstörung, das 50jährige Jubiläum der wiedererrichteten niederländischen Kirche und ich bin dankbar für die Fügung, als 69. Pfarrer in der „series pastores“ in diesem Moment meinen Dienst in der Wallonisch-Niederländischen Kirche zu versehen.

Auf den Einladungen und dem heutigen Gottesdienstblatt finden Sie drei Bilder. Sie zeigen die noch intakte Doppelkirche, wie sie sich mehr als 300 Jahre lang über die Dächer Hanaus erhob. Sie sehen das Bild der Zerstörung 1945, als nur noch Schutt und Asche übrig geblieben waren. Und schließlich sehen Sie eine Luftaufnahme unserer Tage mit dem wiedererrichteten niederländischen Kirchenteil und dem Diakoniezentrum im wallonischen Kirchenteil. Daneben sehen Sie drei Worte: „Glaube, Hoffnung, Liebe“, je im Schrifttyp ihrer Zeit.

Predigttext: Lukas 10, 38-42

Liebe Schwestern und Brüder im HERRN,
liebe Gäste im Tempel unseres Glaubens,

vielleicht wundern Sie sich, warum ich für das Gemeindegründungsfest im 414. Jahr seit Bestehen und im 51. Jahr seit Wiedererrichtung des Niederländischen Kirchenteils einen Text heraus gesucht habe, der auf den ersten Blick so rein gar nichts mit Gemeinde zu tun hat. Am Ende der Predigt werden Sie aber alle denken, dass dies genau der richtige Text gewesen ist – zumindest hoffe ich das!