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Predigten

„Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!“ Johannes 14,1


Liebe Schwestern und Brüder im HERRN,

ein neues Jahr beginnt und so sind wir hier zusammengekommen, um in diesem Moment Kraft zu schöpfen und Gott die Ehre zu geben. Ob wir ihn an erste Stelle nicht nur an diesem ersten Tag des neuen Jahres stellen oder auch an erster Stelle in unserem Leben, dies ist die Entscheidung jedes Einzelnen unter uns.

Text: Jeremia 29, 7-14

Liebe Schwestern und Brüder im HERRN,
liebe Gäste im Tempel unseres Glaubens,
werte Geschwister im geistlichen Amt,

ein Land unter Schock, eine Welt hält den Atem an. 1000de Vermisste und Verstorbene. Inmitten der Trümmer Menschen mit ausdruckslosen Gesichtern. Fassungslos und ohnmächtig stehen sie vor dem, was einmal ihr Leben gewesen ist. Eine nicht mehr funktionierende Infrastruktur in weiten Teilen des Landes.

in der wallonischen Kirche am 1. November 2009.

Liebe Schwestern und Brüder im HERRN, liebe Gäste,

nachdem meine liebe Kollegin, Pfarrerin Lübke, im ersten Teil dieser Predigt über das Anliegen der Reformation und innere Bedeutung für uns persönlich gesprochen hat, möchte ich nun den Bogen zu unserer Kirche als Gemeinde schlagen. Dieser Bogen umschließt die Vergangenheit, die Gegenwart und soll auch die Zukunft nicht außer Acht lassen.

in der wallonischen Kirche am 1. November 2009.

Liebe Gemeinde,

mit diesem Festgottesdienst erinnern wir uns an ein Ereignis, das 400 Jahre zurückliegt: der erste Gottesdienst in unserer Kirche. Und an ein Ereignis, das 492 Jahre zurückliegt: Mit dem 31. Oktober 1517 begann die Reformation. Wir stehen als Wallonisch- Niederländische Gemeinde in der Tradition der Reformation. Und die Überzeugungen und Erkenntnisse, um die damals gestritten wurde, gehören bis heute zum Kern, zum Herzstück unseres Glaubens. Darum möchte ich Sie gerne für einen Moment mitnehmen in die Zeit Martin Luthers: Am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther am Portal der Wittenberger Schlosskirche gestanden und seine 95 Thesen dort angehämmert haben. Seine Kritik an der Kirche, seine scharfe Verurteilung des Ablasshandels, all das, was er in Theologie und Kirche als Missstände erkannt hatte, konnte er nicht länger für sich behalten. Er wollte die Kirchgänger aufrütteln, die am nächsten Tag den Gottesdienst besuchen wollten.

Gedächtnisniederschrift der Predigt zum Festgottesdienst anlässlich der 400. Wiederkehr des ersten Gottesdienstes in der wallonischen Kirche am 29. Oktober 2009