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Liebe Gemeindeglieder,
liebe Freunde und Förderer unserer Gemeinde,
liebe Schwestern und Brüder im HERRN,

Portrait Pfarrer Telder 2018 web

„So sehr…“ – vielleicht verwundert Sie das spartanisch anmutende Titelbild unserer diesjährigen Weihnachtsausgabe des Gemeindeblattes? Ich finde, dass mit diesen beiden Worten fast alles gesagt werden kann, was wir alle in den vergangenen acht Monaten erleben mussten. 

So sehr hatten wir auf einen schönen Sommer und Herbst gehofft. So sehr haben sich die Konfirmanden ein großes Fest ersehnt. So sehr hätten es sich Menschen gewünscht, nicht im kleinen Rahmen Abschied von ihren Verstorbenen zu nehmen. So sehr hätte ich gerne getauft und getraut. So sehr hätten wir gerne gemeinsam Gemeindegründungs-, Wein- und Erntedankfest gefeiert. So sehr hätten wir uns gerne getroffen und wären uns begegnet. Sicherlich können Sie alle eigene „so sehrs…“ auflisten. 

Ja, wir wünschen uns alle so sehr, dass nicht nur endlich Corona besiegt wird, sondern auch wieder eine gewohnte Normalität stattfindet. Wir befinden uns mitten in einer Naturkatastrophe. Dieses Mal ist es kein Erdbeben oder Vulkanausbruch an einer fernen Stelle der Welt, sondern eine Katastrophe überall auf der Welt. Ich möchte keine Angst schüren, denn zumindest die Sterblichkeitsrate hält sich in Grenzen. 

Und doch habe ich auch ein klein wenig Angst um unsere Kirche: Gemeinde lebt von Gemeinschaft, die zurzeit nur eingeschränkt stattfinden darf und von manchen auch gemieden wird. Wegen fehlender Angebote können Sterbefälle und Austritte nicht durch Taufen und Eintritte ausgeglichen werden. Wir schrumpfen nach Jahren der Stabilität. (Wenn Sie jemanden kennen, der schon immer nachdachte, zu unserer Kirche zu gehören: ermutigen Sie zum Eintritt!!!).

An einer Stelle der Bibel heißt es, dass es im Glauben keine Furcht gibt. Wenn nicht jetzt, wann dann ist dieser Satz angebracht? Und dies bringt mich wieder zum „So sehr …“ des Titelbildes. Es ist nämlich der Weihnachtsbotschaft entnommen, wenn Johannes schreibt: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Johannes 3:16). Weihnachten erinnert uns daran, dass im Finstern ein Licht aufgeht und in der leeren Krippe mit einem Kind das Leben neu einzieht. Dies feiert die Christenheit seit zwei Jahrtausenden. Und wohl noch nie brauchten wir diese Hoffnung, so sehr wie in diesen Monaten. Halten wir also gemeinsam die Hoffnung hoch und seien wir zuversichtlich, dass wir dem Ende der Pandemie entgegengehen. 

Eine gesegnete Advent- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen

Ihr 

Torben W. Telder, vdm - Pfarrer