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Grußwort

Liebe Gemeindeglieder,
liebe Freunde und Förderer unserer Gemeinde,
liebe Schwestern und Brüder im HERRN,

Portrait Pfarrer Telder 2018 web

eine scheinbar unendliche Straße bis zum Horizont zeigt das Titelbild unseres aktuellen Gemeindeblattes. Wie wäre wohl unser Lebensweg, wenn er ähnlich geradlinig verlaufen würde? Die Realität sieht ja meist anders aus. Da gleicht das Leben eher einer Irrfahrt oder einer rauen See. Und man muss auch kein Seemann oder Schwimmer sein, um zu wissen, wie es sich anfühlt, wenn man in einem stürmischen Meer über Bord geht und versucht, den Kopf über Wasser zu halten. Das Leben kann sich manchmal so anfühlen. 

Angst und Unsicherheit wirbeln um uns herum und wir haben oftmals das Gefühl, dass wir alles, was wir tun können, wesentlich besser könnten, wenn wir nur etwas fänden, das oder der uns Halt gibt. Wie oft lassen uns aber auch gerade Menschen, denen wir einmal vertraut haben, im Stich. Mancher fragt sich doch, was im Leben trägt, gerade wenn es darauf ankommt. Wo können wir Menschen Sicherheit und Trost finden? Wem können wir wirklich vertrauen? 

Gerade in schwierigen Zeiten sehnt sich der Mensch nach Orientierung und Wegweisung. Von Anfang an haben die Menschen gen Himmel geschaut und eine solche Orientierung gefunden – manche in den Sternen und manche eben in Gott. Während meines Urlaubes habe ich eine Predigt gehört, die mich besonders angesprochen hat. Sinngemäß hieß es dort, dass man Gott immer vertrauen kann, egal wie ernst die Prüfung ist, oder wie groß das Leid ist. Gott lässt seine Menschen niemals im Stich. Er hat es nie getan und wird es auch niemals tun. 

Gott wird immer zu uns stehen. Wir können durch die Stürme des Lebens hindurch gehen und werden durch all diese Prüfungen und Schwierigkeiten besser und stärker. Wenn wir uns also mal wieder verloren in unserem Leben fühlen, dann können wir uns an diesen Gedanken halten: dass Gott uns niemals im Stich lassen wird. Wenn wir dies in unserem Herzen bewahren, dann werden wir den Mut haben, immer wieder neue Anfänge zu wagen. Selbst wenn alles andere so instabil und unzuverlässig erscheint wie die Wellen des Meeres. Gott selbst kennt den Weg für unser Leben durch die Stürme und finsteren Täler hindurch. 

Deshalb freue ich mich auch besonders auf die vor uns liegenden Ostertage. Mitten in der Nacht werden wir nach Karfreitag den neuen Ostertag begrüßen und bekennen, dass durch Christus der Tod, das Leid, die Hoffnungslosigkeit nicht mehr das letzte Wort haben, sondern am Horizont die Zukunft Gottes erscheint.

Herzlich grüßt Sie aus der Gärtnerstraße Ihr 

Torben W. Telder, vdm - Pfarrer

Liebe Gemeindeglieder,
liebe Freunde und Förderer unserer Gemeinde,
liebe Schwestern und Brüder im HERRN,

pfarrer torben w telder 2016

wir haben lange warten müssen, bis die Sonne sich in diesem Jahr nachhaltig durchsetzen konnte. Aber nun hat die Natur ihre Pforten geöffnet. Nicht wenige Menschen sagen, dass sie gerade jetzt in der Natur Gott besonders nahe sind. Aber kann ich Gott wirklich in der Natur finden? Geht das so einfach? Und stelle ich diese Frage als Pfarrer nicht auch deshalb, weil es mir lieber wäre, die Menschen würden Gott in der Kirche suchen (und finden)? 

Nicht wenige Menschen behaupten,  ihnen  reiche  am  Sonntagmorgen  ein  Spaziergang im Wald. Sie brauchten keinen Gottesdienst. Und nicht wenige gestalten dann auch so ihr Leben: sie bauen und pflanzen, sie freuen sich und genießen die Natur und vergessen irgendwie dazwischen dann doch den Gott, der in Christus Mensch wurde.  Dazu fällt mir eine Geschichte von Leo Tolstoi ein: 

Eines Tages gestattet ein reicher Grundbesitzer dem Bauern Pachom, soviel Land zu erhalten, wie er von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zu umlaufen vermag, allerdings  mit der Maßgabe, dass er am Abend den Ausgangspunkt wieder erreicht haben muss. 

Überglücklich und gelassen geht er mit ruhigen Schritten los. Doch dann wird die Verlockung nach Mehr immer heftiger, seine Schritte immer schneller und die Runde immer größer, um so viel Land wie möglich einzunehmen. 

Er hastet immer schneller, keucht und schwitzt bis er mit allerletzter Anstrengung zum Sonnenuntergang die Ausgangsstelle erreicht. Erschöpft bricht er schließlich zusammen und stirbt. Das winzige Stück Land, das er jetzt noch braucht, muss nur sein Grab umfassen. 

Soweit die Geschichte. Sie klingt traurig und ist es auch. Aber ich entdecke in ihr den Hinweis, die Einladung, nicht nur um sich selbst zu kreisen und an sich selbst und seinen Vorteil oder Besitz zu denken, sondern eben auch an Gott. 

Gerade der Sommer lädt ein, viel in der Natur zu sein, die Gottes gute Schöpfung ist, und dennoch auch einmal zum Gottesdienst zu gehen. Und vielleicht finden Sie ja auch noch Zeit für die vielen Angebote in der Gemeinde und der Kathinka-Platzhoff-Stiftung. 

Ich wünsche Ihnen gute Erfahrungen in der Begegnung mit Gott, gerade dort, wo Sie sind und unterwegs sind.

Es grüßt Sie herzlich aus der Gärtnerstraße

Torben W. Telder, vdm - Pfarrer

Liebe Gemeindeglieder,
liebe Freunde und Förderer unserer Gemeinde,
liebe Schwestern und Brüder im HERRN,

pfarrer torben w telder 2016eben noch Weihnachten und nun schon auf dem Weg nach Ostern. Das neue Jahr eilt dahin und die kirchlichen Feiertage geben sich die Klinke in die Hand. Noch hallt die Botschaft von Weihnachten, vom neugeborenen Christus, in unseren Köpfen nach, doch schon werden wir mit der Botschaft des Kreuzes konfrontiert – wie im richtigen Leben eben auch. Da gibt es oftmals kein Halten, kein Zur-Ruhe-Kommen. Da fühlen sich die einen im Hamsterrad des Lebens und anderen graut es vor dem neuen Tag, weil er in seiner Eintönigkeit so ohne Perspektive scheint. Vielleicht ist es ein frommer Wunsch, aber gerade in solchen Momenten darf man sich an Ostern erinnern. Ostern ist das Fest, an dem wir uns nicht nur an die Auferstehung Christi erinnern, sondern eben auch an das Fest, bei dem mitten im Scheitern, im Untergehen, in der Trostlosigkeit, inmitten all dieser menschlichen Finsternis Gott auf ein Neues zum Leben einlädt. Früher begann deshalb die liturgische Feier der Osternacht mit einem herzhaften Lachen (hoffentlich haben Sie zumindest ein klein wenig über unser aktuelles Titelblatt geschmunzelt …). 

Ich lade Sie nicht nur zu unseren Veranstaltungen und den Angeboten der Kathinka-Platzhoff-Stiftung ein,  sondern eben auch zu einem österlichen Leben: ohne Angst vor dem Sterben und Scheitern das Leben jeden Tag auf ein Neues als ein Geschenk wahrzunehmen.

Ihnen allen eine gesegnete Passions- und Osterzeit wünscht