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Predigten

Textgrundlage: 1. Korinther 15, 10

Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.

Liebe Schwestern und Brüder im HERRN, besonders Sie, liebe Jubelkonfirmanden,

vielleicht haben Sie in den vergaManch einer ist heute nicht dabei, nicht nur, weil der Lebensweg ihn aus der Kirche heraus oder weggeführt hat, sondern weil auch der Tod schon den einen oder anderen zu sich gerufen hat – manchen im gesegneten Alter, manchen in der Blüte seiner Jahre. Ich wünsche den Hinterbliebenen, dass sie in ihrem Leid Trost gefunden haben mögen, und hoffe, dass sie – wenn sie unter uns sein sollten – Verständnis dafür aufbringen, wenn wir trotz dieses schmerzenden Ereignisses heute miteinander feiern und ihrer gedenken.ngenen Tagen die Fotografien hervorgeholt, die damals von Ihrem Konfirmationstag angefertigt worden sind. Es lohnt sich, sie nach vielleicht jahrelanger Pause wieder einmal gründlich zu betrachten und die eine oder andere Entdeckung zu machen, in Erinnerungen zu schwelgen ... ja ... schön war die Zeit ... und Menschenskinder ... wo ist nur all die Zeit geblieben?

Textgrundlage: Matthäus 16, 13-19

Liebe Schwestern und Brüder im HERRN,

wenn Sie schon einmal im Rom waren oder wenn Sie eine Dokumentation über die Ewige Stadt in Film oder Bild gesehen haben, dann kommt man um ein Gebäude nicht herum: den Petersdom.

Inmitten der Stadt Rom mit den über 2000 Kirchen und Kapellen hebt sich die Kuppel dieses eindrucksvollen Gebäudes ab. Und im Rund dieser Kuppel steht folgender Vers aus dem Matthäusevangelium: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen“. Glaubt man den Legenden und Kirchenführern, so lagern unter dem eindrucksvollen Baldachin von Bernini und dem Hauptaltar in einer Krypta die sterblichen Überreste des Apostels Petrus. So genommen hat Christus mit seiner damaligen Verheißung Recht behalten: „Eine eindrucksvolle Kirche erhebt sich über Petrus.“

Liebe Schwestern und Brüder im HERRN,
vor allem aber Sie, liebe neugewählte Älteste und Diakone,

vom heutigen Tage an werden Sie mit dem Dienst der Gemeindeleitung unserer Wallonisch- Niederländischen Kirchengemeinde hier in Hanau betraut. Da ist es nur sinnvoll, dass man sich der biblischen Wurzel vergewissert. Ich habe lange gesucht, einen passenden Text zu finden. Einen Text, der unsere Gedanken und unsere Gefühle treffend umschreibt, der aber auch die Aufgaben und Herausforderungen umreißt, welche vor uns liegen.

Zusammenfassung des Vortrags anlässlich der Theologischen Sitzung des Großen Konsistoriums Oktober 2007


I. Prolegomena

Sich dem theologischen Thema des Gottesdienstes zuzuwenden, geschieht aus dem Anliegen heraus, die sonntägliche Feier zum einen zeitgemäß, aber auch schriftgemäß zu gestalten. Dies entspricht dem reformatorischen Grundsatz „ecclesia semper reformanda“– die Kirche ist in einem anhaltenden Reformprozess. Sich nämlich zu rühmen, dass alles bleibt, wie es schon immer war, widerspricht genau diesem Kerngedanken der Reformatoren. Gar stolz zu sein auf ein starres Gottesdienstverständnis, welches seit 400 Jahren nicht verändert wurde, würde einer Aufgabe reformierter Ideen gleichkommen.

Predigttext: 1. Petrus 2, 3-7a

Liebe Schwestern und Brüder im HERRN, 410 Jahre ist es her, seit durch Kapitulation in Hanau wallonische und niederländische Glaubensflüchtlinge ihre Gemeinden gründen durften. Unter Kapitulation versteht man einen Vertrag, bei welchem der eine Partner dem anderen eine feste Zusage macht. In dem Fall unserer Gemeinden war es Graf Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg, der am 1. Juni 1597 mit den Vertretern der Emigranten einen solchen Vertrag schloss. Dieser wurde zum Gründungsdokument unserer Gemeinden, die fortan freiheitlich ihre Religion ausüben durften.